Ablauf des digitalen Bauantrags
In sieben Schritten von der Idee zum Genehmigungsbescheid – so läuft der Bauantrag im virtuellen Bauamt ab.
Der digitale Bauantrag folgt in allen Bundesländern einem ähnlichen Grundmuster, auch wenn die Portale unterschiedlich heißen (EfA „Digitale Baugenehmigung“, ViBa BW, eBG Berlin, VBA Brandenburg, Bauportal Hessen). Die folgenden sieben Schritte zeigen den typischen Weg – von der Vorbereitung bis zum Bescheid. Planen Sie ausreichend Vorlaufzeit ein, vor allem für die Kontoerstellung und die Zusammenstellung der Unterlagen.
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Zuständigkeit & System klären
Prüfen Sie, welches virtuelle Bauamt für Ihren Ort zuständig ist (EfA-Dienst, ViBa BW oder eigene Landeslösung).
Zuständig ist immer die untere Bauaufsichtsbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer (kreisfreien) Stadt. Welches Portal Sie nutzen, hängt vom Bundesland ab. Unsere Bundesländer-Übersicht verlinkt für jedes Land das offizielle Portal und nennt die zuständige Behördenebene.
- 2
Verfahren bestimmen
Klären Sie, ob ein Bauantrag, eine Bauvoranfrage oder ein Kenntnisgabeverfahren nötig ist – idealerweise mit Ihrer Entwurfsverfasserin oder Ihrem Entwurfsverfasser.
Nicht jedes Vorhaben braucht ein volles Genehmigungsverfahren. Je nach Landesbauordnung kommen das vereinfachte Verfahren, das Kenntnisgabeverfahren oder eine Verfahrensfreiheit infrage. Bei Unsicherheit über die Bebaubarkeit lohnt sich vorab eine Bauvoranfrage.
- 3
Konto anlegen & identifizieren
Registrieren Sie sich mit der BundID bzw. einem ELSTER-Unternehmenskonto und weisen Sie Ihre Identität nach.
Privatpersonen nutzen meist die BundID, Büros und Unternehmen das ELSTER-Unternehmenskonto. Planen Sie Zeit ein: Die Identifizierung – insbesondere per Post-Verfahren – kann einige Tage dauern. Richten Sie das Konto daher vor dem Ausfüllen des Antrags ein.
- 4
Antragsformular ausfüllen
Erfassen Sie Bauvorhaben, Grundstück und Beteiligte online im Antragsassistenten.
Ein geführter Dialog fragt alle Pflichtangaben ab: Art des Vorhabens, Grundstücksdaten (Gemarkung, Flur, Flurstück), Angaben zu Bauherrschaft und Entwurfsverfassung. Den Antrag können Sie in der Regel zwischenspeichern und später fortsetzen.
- 5
Bauvorlagen hochladen
Laden Sie Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung und Nachweise als Dateien hoch.
Achten Sie auf die vorgegebenen Dateiformate (meist PDF) und Benennungsregeln. Vollständige und korrekt benannte Unterlagen sind der wichtigste Faktor für eine zügige Bearbeitung. Unsere Unterlagen-Checkliste zeigt, was dazugehört.
- 6
Antrag absenden
Reichen Sie den Antrag digital ein – die zuständige Behörde erhält ihn unmittelbar.
Nach dem Absenden erhalten Sie eine automatische Eingangsbestätigung mit Aktenzeichen. Anders als beim Postweg gibt es keine Laufzeit – der Antrag liegt sofort bei der Behörde.
- 7
Vorgang verfolgen & Bescheid erhalten
Verfolgen Sie Rückfragen und Status im digitalen Vorgangsraum bis zum Genehmigungsbescheid.
Im Vorgangsraum sehen Sie jederzeit den Bearbeitungsstand. Nachforderungen beantworten Sie direkt online. Am Ende steht der Bescheid – die Baugenehmigung, eine Ablehnung oder eine Genehmigung mit Auflagen.
Vorbereitung: So vermeiden Sie Verzögerungen
Die häufigste Ursache für eine lange Bearbeitung sind unvollständige oder fehlerhafte Unterlagen. Bevor Sie den Antrag absenden, sollten Sie daher prüfen:
- Sind alle Bauvorlagen vollständig und aktuell?
- Entspricht das Vorhaben dem Bebauungsplan (Baugrenzen, Höhe, GRZ/GFZ)?
- Sind die Abstandsflächen eingehalten?
- Liegen erforderliche Nachweise (Statik, Wärme-, Schall-, Brandschutz) vor?
- Sind die Dateien im richtigen Format und korrekt benannt?
Was kostet der Antrag und wie lange dauert er?
Die reinen Genehmigungsgebühren liegen im Durchschnitt bei rund 0,5 % der Baukosten, hinzu kommen Planungs- und Nachweiskosten – Details unter Kosten der Baugenehmigung. Die gesetzliche Entscheidungsfrist beträgt meist drei Monate ab vollständigem Antrag; realistisch sollten Sie mit vier bis sechs Monaten rechnen, wie wir unter Dauer & Fristen erläutern.
Nach dem Bescheid
Mit der Baugenehmigung dürfen Sie mit dem Bauvorhaben beginnen – ggf. unter Beachtung von Auflagen und Nebenbestimmungen. Beachten Sie, dass eine Baugenehmigung zeitlich befristet ist und nach einer gewissen Zeit erlischt, wenn nicht mit dem Bau begonnen wird. Wurde Ihr Antrag abgelehnt, lesen Sie Bauantrag abgelehnt: Was tun?
Häufige Fragen
Was ist die BundID?
Die BundID ist ein zentrales Bürgerkonto des Bundes, mit dem Sie sich für Online-Verwaltungsdienste – auch den Bauantrag – sicher identifizieren können. Alternativ ist häufig ein ELSTER-Konto möglich.
Kann ich den Antrag zwischenspeichern?
Ja, in den meisten virtuellen Bauämtern lässt sich der Antrag speichern und später fortsetzen.
Wann beginnt die Bearbeitungsfrist?
Die gesetzliche Frist (meist drei Monate) beginnt in der Regel erst, wenn der Antrag vollständig vorliegt. Fehlende Unterlagen verzögern den Start.
Was passiert nach dem Absenden?
Sie erhalten eine Eingangsbestätigung mit Aktenzeichen. Die Behörde prüft auf Vollständigkeit, beteiligt weitere Stellen und meldet Rückfragen im Vorgangsraum, bis der Bescheid erstellt ist.